Von der Kelchalm – Bochumer Hütte zum Laubkogel

Tourdetails

gewandert am: 27.12.2025
Region: ,
benötigt: Trittsicherheit, Wanderkarte

Startpunkt: Kelchalm / Bochumer Hütte
Ziel: Kelchalm / Bochumer Hütte
Entfernung: 4,5 km
höchster Punkt: 1760 m

Erreichbarkeit mit Öffis:

super
okay
dürftig
gar nicht

Der Tod meines lieben Mannes im vergangenen Jahr hat eine gewisse Entwurzelung mit sich gebracht. Nach Monaten des Rückzugs, soll es nun langsam wieder vorwärts gehen. Erste Etappe war die Saisonarbeit auf einer Tiroler Berghütte. Diesen Arbeitsplatz hatte ich mir ausgesucht, da ich gern – auch in beruflicher Sicht – weiterhin meinem Herzen folgen möchte, weil Berge mir gut tun und weil es eine zeitlich befristete Anstellung war. Quasi ein Testballon, um zu sehen, inwieweit ich neuen  Herausforderungen körperlich und emotional bereits wieder gewachsen bin. Die Berghütte meiner Wahl war die altehrwürdige Kelchalm, auch Bochumer Hütte genannt, die 1832 als Knappenhaus des Kupferbergbaus errichtet wurde.

Alpenvereinshütte ist die Kelchalm seit 1928, als sie nach der Einstellung des Bergbaus von der Sektion Kitzbühel des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (DuOeAV) angemietet wurde. 1939 wurde die Vereinshütte von der Sektion Magdeburg des Deutschen Alpenvereins (DAV) erworben, jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg  enteigne. Die Verwaltung der Hütte übernahm die Sektion Kitzbühel des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) bis am 30. März 1964 die Sektion Bochum des DAV die Alpenvereinshütte übernahm. Seither trägt die Kelchalm den Doppelnamen Kelchalm/Bochumer Hütte.

Hüttenwirtin ist Ilo mit weitem Herz, insbesondere für Menschen mit Einschränkungen, seien diese körperlicher oder emotionaler Art, und großartiger Küche. Auf der Kelchalm/Bochumer Hütte gibt es neben Hund Wickerl und den Katzen Gipsy, Lykke und Moritz eine ganze Hühnerschar, drei Schweine und diverse Schafe, unter anderem die mit der Flasche aufgezogene Luna.

Mangels ausreichend Schnees war mein Einsatz auf der Kelchalm/Bochumer Hütte zwar nur von kurzer Dauer, aber ich habe Pausentage und die hinten dran gehängten freien Tage genutzt, um  die herrliche Berglandschaft zu erkunden. Die erste Schnuppertour führte mich bei blitzeblankem blauen Himmel und Altschnee  zum nahegelegenen Laubkogel. Mit Grödeln über die Wanderschuhe gespannt, war dies ein leichtes Unterfangen. Selbst mit schwacher Flachlandkondition.

Etappe: Kelchalm / Bochumer Hütte – Laubkogel

Hinter dem Stall der Kelchalm zweigt der Wanderweg zum Laubkogel ab. Dabei wird der breite Forstweg oberhalb der Bank mit wunderbarer Aussicht auf Kitzbühel und das Kaisergebirge noch einmal gekreuzt, bevor der Pfad am Hang hinauf Richtung Wald verläuft.

Dann wird es kurzfristig sehr steil und bald schon führt der Pfad mit nur noch wenig Steigung am oberen Waldrand entlang, um kurz darauf am Hang des Laubkogels durch verschneite Wiesen zu spuren.  Hier am Hang zeigt sich, dass der steile Anstieg absolut gelohnt hat, denn nun kann der Blick ungehindert aus der Enge des Tals über die Schulter des Schützkogels gleiten und eine gezackte weiße Wunderwelt am Horizont erspähen.

Am Ende der Hangquerung befindet sich eine kleine Alm, von einem Wegweiser gefolgt. Man kann von hier oben zur  Exenbergeralm absteigen oder weiter zur Hochwildalm stapfen. Ich nahm den Weg bergauf, um auf die rundliche Kuppe des Laubkogels zu gelangen. Hier oben hatte der Wind aus dem Dezemberschnee eine bizarre Welt geblasen, die in ihrer vergänglichen Schönheit einen Kontrast zur Beständigkeit des Kreuzes (in mehrfacher Hinsicht) darstellte. War gar nicht so einfach, Beides aufs Foto zu bekommen.

Etappe: Laubkogel – Kelchalm / Bochumer Hütte

Oben beim Gipfelkreuz angekommen, eröffnet sich in alle Himmelsrichtungen ein umwerfendes Panorama.

Da ich nach der Wanderung Dienst hatte, bin ich auf dem selben Weg bequem und flott zurückgekehrt. Das war auch gut so, denn der Weg hinab zur Exenbergeralm, von wo aus es einen hübschen Wanderweg zurück zur Kelchalm gibt, ist im Winter teilweise schwer zu finden.

 

Später bin ich den Wanderweg zum Laubkogel noch einmal bei deutlich mehr Schnee mit Schneeschuhen gelaufen. Bis zum Gipfel des Laubkogels und dessen sanfte Schulter hinab war das wunderschön! Als Sicherheitsmaßnahme hatte ich bei dieser Schneeschuhwanderung Ilos Pieps dabei. Diese Geräte senden konstant Signale und bei Lawinen erhöhen sie die Chance rechtzeitig gefunden zu werden signifikant.

Auf dem Laubkogel bzw. kurz darauf hätte ich kehrt machen sollen. In Überschätzung meiner Kräfte und Unterschätzung der Entfernung, zudem auch gehandicappt durch vergessene Skistöcke, war die Entscheidung, zum Hahnenkampl weiter zu laufen, fatal. Ich wollte die diversen Erhebungen vor dem eigentlichen Hahnenkamplgipfel umgehen, aber auch das erwies sich als schwerer als gedacht. Wo Stöcke mir Halt gegeben hätten, landete ich diverse Male im Schnee und ruderte, wie ein Käfer auf dem Rücken, mit Armen und Beinen, um wieder in die Senkrechte zu gelangen. Also kämpfte ich mich zurück auf den Weg. Hier wurde es etwas leichter und ich hatte sogar Nerv, die Schönheit um mich herum in Bildern festzuhalten. Erst als ich erkannte, wie weit ich immer noch vom anvisierten Abstieg entfernt bin und es bis dorthin und hinab zur Kelchalm nicht rechtzeitig schaffen würde, brach ich ab. Vorsichtig von Baum zu Baum hangelnd, stieg ich am Hang ab, bis ich wieder auf den Wanderweg vom Laubkogel traf. Trotz der Anstrengung war es eine wundervolle Tour und ich poste ein paar Bilder als Appetithappen fürs nächste Mal. Dann aber mit Stöcken…

 

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veröffentlicht am: 16.02.2026

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