Saalower Höllenberg-Runde

gewandert am: 07.07.2019
Region: ,
benötigt: nix außer Spaß am Laufen, Wanderkarte

Startpunkt: Saalow
Ziel: Saalow
Entfernung: 13,3 km
höchster Punkt: m

Erreichbarkeit mit Öffis:

super
okay
dürftig
gar nicht

Saalow ist wegen seiner weltweit einzigartigen Scheunenwindmühle und dem hübschen Dorfkern – leider ohne Einkehrmöglichkeit – die Anreise wert. Vor rund 150 Jahren hat  Johann Traugott Schubert aus Podemus dieses Wunderwerk der Technik in dem kleinen Ort bei Dresden ersonnen und gebaut. Wie die Mühle von dort über ein Siechtum als Museums-Lagerware zu neuem Glanz und Standort kam, ist beim Scheunenwindmühlen-Verein nachzulesen. An den ersten beiden Sonntagen des Monats kann man sich von April bis Oktober jeweils 14 bis 17 Uhr das Innenleben der Mühle anschauen.

Mein Herr Schatz und ich waren allerdings nicht auf Mühlenschau sondern für eine kleine Wanderung nach Saalow im Fläming gekommen. Nun kann man durchaus Beides miteinander verbinden und den markierten Mühlenwanderweg gehen, der auch die zweite Saalower Mühle – eine Paltrockwindmühle – einschließt und als Rundweg über Mellensee führt.

Etappe: Saalow – Saalower Höllenberg

Wir hatten uns den Saalower Höllenberg vorgenommen. Nun muss man wissen, dass die Berge in Brandenburg selten 100 m oder mehr erreichen … weshalb man sie direkt auch mal verfehlen kann. Ist uns passiert… Wir hatten zwar so eine Ahnung – als der als Höllenbergweg markierte Weg ins freie Feld ausschlug –, dass wir den Abzweig samt Berg verpasst hatten, blieben aber auf diesem Exkurs. So kamen wir in den Genuss der wenigen Sonnenstrahlen dieses Nachmittags und eines Meeres goldgelber Sonnenblumen vor dramatischem Himmel.

Wir starteten an der Dorfaue mit der Scheunenwindmühle und liefen Richtung Ortsausgang. Dort gibt es einen Wegweiser zum Höllenberg und zwei Wege, die ebendahin- und zurück führen. Wir wählten den rechten Weg. Dieser blieb am Waldrand, spendierte schöne Blicke über weites Land, auch die eine oder andere verwilderte Sauerkirsche und führte stellenweise durch grüne Tunnel aus filigranem  Robinienlaub. Ein sehr schöner Auftakt!

Etappe: Saalower Höllenberg – Gadsdorfer Torfstich – Gadsdorf

Zur Navigation hatte ich wegen Technik-Ausfalls lediglich eine papierne Wanderkarte ungünstigen Maßstabs dabei und erkannte nicht, dass wir uns wenig später nicht auf der Straße zurück nach Saalow, sondern auf dem Sträßchen nach Gadsdorf befanden. Viel zu sehr waren wir von Sonnenblumen und Wildkräutern  am Wegrand abgelenkt. Selbst der versichernde Blick in die Wanderkarte als Picknick-Nachtisch, ließ mich im Irrtum. Auf dem vermeintlichen Rückweg, der nun ein Umweg war, machten wir auf dem dort kreuzenden 66-Seenweg einen Schwenk zur Seite, um der Straße parallel im Grünen zu folgen.

Als wir an einen Teich gelangten, war ich irritiert, aber immer noch arglos. Erst ein Paar auf Gassirunde klärte uns darüber auf, dass wir gerade den Gadsdorfer Torfstich Nummer 3 passiert hatten und auf dem besten Wege ins gleichnamige Dorf seien. Die Gadsdorfer Torfstiche hatte ich zwar auch auf meinem Wander-Wunschzettel, aber die Runde mit meinem Herrn Schatz sollte nicht viel weiter als 10 km werden. Wenn du das nachwanderst, solltest du dir nach Möglichkeit auch die anderen beiden Teiche anschauen, denn das Naturschutzgebiet – mit noch nem Höllenberg – lässt sich bequem umrunden.

 

Etappe: Gadsdorf – Saalow

Um weitere Verirrungen auszuschließen, blieben wir großteils auf der wenig befahrenen Straße zwischen Gadsdorf und Saalow, was jedoch langwierig und reichlich öd war. Ich habe deshalb den Streckenverlauf für die Retoure so angegeben, wie ich sie – mit vernünftiger Navigationshilfe ausgerüstet, denn auf die gelben Punkte ist kein Verlass – empfehlen würde.

Die Wanderung hat uns trotz Verlaufungen sehr gefallen. Ich werde auf jeden Fall für die Mühlenrunde und die Torfstiche nochmal kommen. Dann aber richtig!

veröffentlicht am: 10.07.2019

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4 Kommentar(e)

  • Und wieder ein schöner Hinweis – in verschiedenen Jahren sind wir in Saalow los und haben uns an dem schönen Dorfplatz gefreut. Doch irgendwie nicht mitbekommen, dass dort so ein seltenes Juwel steht, was obendrein ja auch eine ziemlich abgefahrene Technik in sich birgt. Ein weiteres Mal also danke für den Anstups – ich denke, für Herbst steht nun eine Tour um Saalow auf dem Zettel! Mal sehen, ob wir uns nach all dem Gelesenen an den Höllenberg herantrauen – am besten mit einem und noch einem Kompass …

    • Oh, freut mich, wenn ich inspirieren konnte. Einen Kompass wirst du für den Höllenberg vielleicht nicht gerade brauchen, aber eine gescheite wanderkarte ooder noch besser ein Tool wie komoot, das einem sagt, wo man gerade ist, ist vermutlich angebracht.

  • Hallo Peggy,
    es beruhigt mich zu lesen, dass wir nicht die Einzigen sind, die sich um den Höllenberg herum verlaufen haben. Wir haben ihn auch „übersehen“. Aber die Scheunenwindmühle ist wirklich einzigartig. Ich freue mich immer, dass es auch noch andere Brandenburg-Entdecker gibt.
    Viele Grüsse
    Sandra

    • Liebe Sandra,
      die Bezeichnung Berg ist ja auch wahrlich sehr optimistisch. Vielleicht begegnen wir uns ja mal beim Brandenburg entdecken. Ich freu mich auch über Gleichgesinnte. 🙂

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