Plagefenn

gewandert am: 25.02.2019
Region:
benötigt: nix außer Spaß am Laufen, Wanderkarte

Startpunkt: Liepe
Ziel: Brodowin
Entfernung: 7,5 km
höchster Punkt: 102 m

Erreichbarkeit mit Öffis:

super
okay
dürftig
gar nicht

Eine Tour, über die ich gar nicht viele Worte machen möchte, denn die Bilder sprechen für sich, habe ich Ende Februar in Begleitung von B. aus Eberswalde gemacht. B. kennt alle Seen und Pfützen im Umkreis von 50 km und betört auf Facebook fast wöchentlich mit wunderschönen Fotos ihrer Streifzüge. Natürlich ließ ich mich dehalb mit Begeisterung auf ihre Empfehlung, das Naturschutzgebiet Plagefenn zu besuchen, ein.

Gestartet sind wir an einem sonnigen Tag in Liepe am Oder-Havel-Kanal. Ganz in der Nähe war ich schon mal, als ich zum malerischen Krugsee und von dort nach Chorin gewandert war. Dabei hatten wir auch das Plagefenn durchkreuzt, aber dessen Highlights gar nicht bemerkt.

Etappe: Liepe – Plagefenn

Das Sumpfgebiet Plagefenn wurde quasi als letzte Amtshandlung der scheidenden DDR unter Schutz gestellt und ist damit das älteste Naturschutzgebiet Brandenburgs. Bloß gut. So hat die Natur alle Muße, die sie braucht, um diverse Wasserflächen, Totholz und Gräser in immer wieder aufs neue erstaunenden Variationen zu kombinieren.

Auch außerhalb des Wassers, welches mit in den Himmel ragenden Stämmen fasziniert, bieten sich dem aufmerksamen Auge jede Menge bizarre Kunstwerke aus Holz, Moos, Gräsern und Baumpilzen.  Für Muster sorgen Biberzähne im Buchenstamm, rissige Borken und künstlerisch veranlagte Holzwürmer.

Wenn man denkt, man hat alles gesehen, glitzert hell oder schimmert düster der nächste Tümpel auf. Jedes Gewässer hier hat seinen eigenen Charakter. Wir sind dermaßen in den Bann dieser wilden Landschaft gesogen, dass wir den geplanten Weg aus dem Auge verlieren und einem Forstweg am Ufer des dritten – oder war es der vierte? – Tümpel folgen. Aus diesem Grund mussten wir uns wenige Meter durchs Gebüsch zum Hauptweg durchschlagen…

Etappe: Plagefenn – Rosinsee – Brodowin

Für die Etappe vom Plagefenn zum Rosinsee braucht es genau einen Schritt. Am letzten Tümpel des Plagefenns dreht man sich um 180°C und schaut auf die friedliche Wasserfläche des Rosinsees in der Nachmittagssonne. Zeit für eine Kaffeepause!

Wir streiften noch ein wenig an der Uferböschung entlang, erfreuten uns an den allerersten Blüten des Jahres (Schneeglöckchen, Huflattich und Leberblümchen) und zuckelten dann auf Holperpflaster vorbei an von Flechten gelblich schimmernden Baumurahnen, gestutzten Weiden und Weidezäunen ins idyllische Dorf Brodowin. Da der letzte Bus wartend bereit stand, bleib keine Zeit, den Ort, der vor 25 Jahren mit Biolandbau begann und als Ökodorf bekannt ist, zu durchstreifen. Genau genommen, muss froh sein, wieder weg zu kommen. Der letzte Bus verlässt das in hügeliger Landschaft gelegene Brodowin, das auch als Dorf der sieben Seen bezeichnet wird, kurz nach Fünf und am Wochenende fährt überhaupt nix. Trotz ÖPNV-bedingter Widrigkeiten steht schon mal felsenfest, dass ich für den Parsteiner See erneut in die Gegend reisen werde.

Gern wieder mit B. an meiner Seite…

 

 

veröffentlicht am: 05.04.2019

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2 Kommentar(e)

  • Liebe Frau Wanderschuh,
    danke – auch an B. aus Eberswalde – für die anregende Erinnerung an diese schöne Landschaft – da muss ich auf jeden Fall bald hin!
    Mal sehen, was dann blüht.

    • Lieber Herr Wegesammler,
      vielen Dank für den Dank und entschuldige die späte Antwort! Vielleicht kreuzen sich ja mal unsere (Wander)wege. Könnte durchaus passieren, denn ich habe gerade dein Buch durch und bin sehr inspiriert. 🙂

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